FALCO MEETS AMADEUS, Salzburg, 15.3.2005

Zu erst einmal das unbestritten Positive: Zum Einen war es die letzten Monate wunderschön durch die Straßen zu gehen und an allen Ecken den großen Schriftzug "Falco..." zu lesen. Zum Anderen war der Musical-Abend, ist das Musical an sich, eine fantastische Werbung für den Falken, und so füllte sich die Halle, bei geschätzter 70% Auslastung, mit Falco-, oder Musical-Fans. Die Musik kam vom Band, live begleitet von einem Chello, zwei Geigen, und einer E-Gitarre.

Leider sind wir dann auch schon bei den Kritikpunkten: Gesang-, Klang- und Lichtbild waren professionell gemacht, Nebendarsteller gut, Fendrich-Freundin Ina Nadine Wagler spielte die News-Reporterin Garbo (Fendrich sagte ja anlässlich der FMA-Premiere in Wien dass der Spruch "Wer sich an die Achtziger erinnern kann, der hat sie nicht miterlebt" eigentlich von ihm stammt - ich bin gespannt wann er die Bombe platzen lässt und eröffnet dass "Rock me Amadeus" eigentlich auch aus seiner Feder stammt...) allein an der Geschichte haperte es, und das gewaltig. Wenn man Falco auf Sex und Drogen reduziert, macht man es sich zu leicht und wird seiner Person nicht einmal ansatzweise gerecht. Auch tut man sich mit der Handlung eher schwer, sogar dann, wenn man seine Biographie eigentlich exakt kennt - oder vielleicht genau deswegen. Denn aus Falcos Leben werden einzelne Passagen zusammenhanglos herausgerissen, um sie dann, vornehm ausgedrückt, frei zu interpretieren.

Hauptdarsteller Axel Herrig versuchte Falco nicht nur optisch und mitttels Gestik gleichzukommen, er, sagen wir mal, versuchte auch zu reden wie dieser. Dies ist natürlich für einen deutscher Herkunft besonders schwer, musste er sich doch gleich zwei neue Sprachen aneignen: den wiener Dialekt und den 'Hansi Hölzel-Slang'. Dies ist sicherliche keine leichte Aufgabe, und die führte dazu dass man bei Liedern wie zum Beispiel "Brillantin' Brutal", bei denen man die affektierte Stakkato-Redeart nicht anwenden konnte, teilweise glaubte, Falcos guter Bekannter Peter Alexander würde sie gerade zum Besten geben.

Einfacher hatte es da schon Falcos Konterpart Nicolaus Hagg, wurde er doch in Wien geboren. Er war der sogenannte "Show-Stealer" und spielte Hauptdarsteller Axel Herrig glatt an die Wand, und das wahrscheinlich nicht nur, weil es die einzige Vorstellung in der Mozartstadt war. Dass er vom Kabarett kommt merkte man des Öfteren, beispielsweise als er Alt-Bürgermeister Zilk bei Falcos Begräbnis nachahmte. Dass er es in seiner Spielfreude aber auch übertreiben kann, zeigte sich kurz vor Schluß, als er im Zwiegespräch mit Falco, alias der deutschen Hauptdarsteller Axel Herrig, meinte:
"Und der Piefke sogt jo!" War zwar ein Lacher, zerstörte aber jegliche Illusion die ja das Stück (mühsam) aufbauen wollte.

Das heißt aber nicht dass er damit nicht recht hatte, denn dies ist sogar die Quintessenz: Ein "Piefke" kann, zumindest in Österreich, einfach nicht Falco sein.

Aber, um es auch positiv zu beenden, den Leuten hat es gefallen, es mussten Zugaben gespielt werden, und ich hoffe diese Leute gehen am FMA-Merchandising-Stand vorbei in den nächsten Platten-Laden, sehen dass dort die FMA-CD statt 22 Euro in der Arena nur 7 Euro kostet, greifen zielsicher zur "Greatest Hits"-Scheibe die daneben steht, und ihr Feuer für Falco ist entfacht...

Terminübersicht

Link:
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