FALCO III (1985) Produzenten: Bolland & Bolland
Nach dem kommerziell für Falcos Verhältnisse weniger erfolgreichen Album "Junge Römer", wechselte der Falke die Produzenten. Statt Robert Ponger arbeitete er für FALCO III erstmals mit den Bolland Brüdern zusammen. Der nüchterne Sound von „Junge Römer“ wurde vom Bombastrock der Bolland Brüder abgelöst - und das sollte sich auszahlen. FALCO III wurde sein erfolgreichstes Album. Es hielt sich trotz zumeist deutschsprachiger Texte wochenlang in den amerikanischen Top 40.
Der Opener "Rock me Amadeus" wurde bekannterweise zum Nr. 1 Hit weltweit, darunter in England und in den U.S.A. Vier Wochen lang konnte dieses Lied diese Postion halten. Der Text zeigte Wolfgang Amadeus Mozart in einem völlig neuen Licht, er wird als umjubelter Popstar im genialen Musikvideo, das heute ein Klassiker ist, bestens dargestellt. Eine Position wie sie auch dem Falken gefiel. Der Refrain von "Rock me Amadeus" wird heute noch in zahlreichen Fußballstadien (mit auf Spieler passenden Texten) gesungen, oder in Werken internationaler Popstars wie der Bloodhound Gang oder Robbie Williams zitiert.
Auf "Rock me Amadeus" folgt "America" einer leicht von Ambros inspirierten Melodie, welche textlich mit der österreichischen Tradition abrechnet, dass der Prophet (Musiker) im eigenen Lande zu Lebzeiten wenig gilt. (siehe Falco oder Wolferl Mozart,..) Im nächsten Song, "Tango the night“ schildert Falco die Erlebnisse der Highsociety in der Nacht, ein vielleicht nicht ganz so genialer Song. "Munich Girls" der nächste Song, hat einen gewohnt einprägsamen Refrain, der Text ist eine Liebeserklärung des Falken an Münchner Girls. (In Bayerns Hauptstadt versackte er ja des öfteren im Nachtleben.) Der fünfte Song, "Jeanny", ist einer der genialsten aber auch umstrittensten Songs des Falken. Das Lied wurde auf deutschsprachigen Radiokanälen verboten, weil sein Text angeblich gewaltverherrlichend ist, was der Falke übrigens zurückwies. Auf jeden Fall handelt der Text von Kindesmissbrauch, ein Skandal, doch trotzdem, oder gerade deshalb, wurde "Jeanny" einer der größten Hits Falcos.
Das nachfolgende Lied "Vienna Calling" wurde wieder ein ganz großer Hit. Der treibende Beat und der großartige Refrain, zusammen mit dem genialen Text, ergeben eine perfekte Liebeserklärung des Falken an das von ihm so geliebte Nachtleben der Stadt, für die Falco so typisch war. "Männer des Westens": Hier rapt Falco über die Idole der westlichen, amerikanischen Welt, JFK, Muhammad Ali, usw., Falco at his best. "Nothin` sweeter than Arabia" ist der nächste Song. Ein textlich und musikalisch eher schwächerer Song. Doch der Falke bessert diese schwächere Nummer gleich mit dem genialen, folgenden "Macho Macho" aus. Ein absoluter Stimmungssong, mit einer mitreisender Melodie und einem einprägsamen Refrain. So wie Falco hier singt, glaubt man, er hätte den Begriff „Cool“ für sich gepachtet. Den Abschluss von "FALCO III" bildet "It´s all over now, Baby Blue". Falcos geniale Version eines Bob Dylan Klassikers. Dieses Lied war eines seiner absoluten Lieblinge und wurde bei seinem Begräbniss gespielt als der Sarg ins Grab gelassen wurde. So cool wie der Falke hier das Ende einer Liebschaft erklärt, macht "It`s all over now, Baby Blue" zu einer geniale Hymne für alle beendeten Beziehungen.
BEWERTUNG:+ + + + +
Ein würdiger Schlusspunkt seines erfolgreichsten Albums, das wie die zwei vorhergegangenen für den KOMMISSAR ein absolutes Muss ist, nicht nur für alle Falcofans. Doch der Kommerz ist hier schon etwas spürbar, an EINZELHAFT und JUNGE RÖMER reicht es nicht ganz ran.